Kein Muttertaggeschenk aus Therwil

Am Sonntag, dem 11.Mai durften die Lions beim Schweizer Rekordmeister, den Therwil Flyers, antreten.

Weil Muttertag war und aus diversen anderen Gründen konnten die Zürcher nur mit einer Rumpftruppe nach Basel reisen.

Die Hoffnung auf ein «Wunder von Therwil» wurde dadurch genährt, dass die Aufwärmtaktik der Lions voll aufging: Anstatt im eiskalten Wind herumzurennen wurde gewartet, bis die ersten Sonnenstrahlen in die Basler Vorstadt drangen. Als dann die Sonne durch den wolkenverhangenen Himmel blitzte, wurde man fast schon von alleine warm.

Leider wurde die Spieltaktik des Interimscoaching-Tandems Mario/Guillermo durch eine Muskelverletzung beim Aufwärmtraining von Routinier Tim jäh durchkreuzt. Von nun an konnte sich Tim ganz aufs Base-Coaching konzentrieren.

Im ersten Offensivdurchgang der Lions blieb Tim arbeitslos, denn die Top of the Line-Up erreichte die erste Base nicht. Dafür überzeugt die Lions-Defensive und konnte den Gegner bei einem Punkt halten und das Inning mit einem herrlichen Double-Play beenden. Auch im zweiten Offensivdurchgang kam kein Zürcher auf Base und Tim begann sich zu langweilen. Im nächsten Defensivdurchgang sorgten die Lions für unfreiwillige Unterhaltung durch Slapstick-Einlagen auf dem Feld (3 Errors) und die Basler für ein ordentliches Punktepolster von nunmehr 10 Runs.

Nun könnte bereits die Schlusszeile des Spielberichtes folgen, wäre im 3. Inning mit Andy Inauen nicht der erste Lions auf Base gekommen (durch einen Hit-by-Pitch). Doch durch ein Strike-Out und ein Double-Play konnte sich die Flyers-Defense aus dieser misslichen Lage befreien.

Aber damit sind die berichtenswerten Offensiv-Aktionen der Lions nicht zu Ende:

Nach 5 Innings hatte Flyers-Starter Taka Oshima seinen Auftritt beendet, ohne einen Hit abzugeben. Für ihn bestieg Adrian Kaufmann den Mound, der sich offensichtlich vorgenommen hatte, nett zu den Gästen zu sein.

Und so kam Lions-Shortstop Juan durch den ersten Hit des Spiels auf Base. Geschickt stahl er die zweite Base, kam durch einen Wild Pitch auf 3 und wurde durch Morenos Hit nach Hause geschlagen. Der Ehrenpunkt war da! Gerade noch rechtzeitig, denn den Flyers gelang im 6. Inning der fehlende Punkt, um das Spiel frühzeitig mit 16:1 zu gewinnen.

Wer nun der Meinung war, dass es nach einer so hohen Niederlage nicht mehr schlimmer geht, wurde im 2. Spiel eines besseren belehrt.

In den ersten zwei Innings zeigten die Lions – zumindest in der Verteidigung eine konzentrierte Leistung. NLB-Pitching-Star Guillermo hatte die Lage im Griff und liess nur einen Punkt zu.

Ab dem 3. Inning jedoch wurde Guillermo von seiner Verteidigung im Stich gelassen. Besonders bei Aushilfs-Firstbase-Man Michi liess die Konzentration rapide nach. Dreimal griff er an mustergültig getimten und punktgenau geworfenen Pick-Offs von Guillermo vorbei. Anstatt mit hängendem Kopf ins Dug-Out zurückzutrotten, schafften es die Flyers-Runner jedesmal auf die zweite Base. Mitte des 4. Innings hatte Guillermo genug und beorderte Michi auf seine Stammposition ins Centerfield und sich selbst auf die erste Base. So kam Hanel beim Stand von 0:12 zu seinem ersten NLA-Auftritt als Pitcher. Leider fanden Hanels pfeilschnelle Würfe die Strike-Zone nicht immer und so kamen die Basler zu weiteren Punkten.

Nicht erwähnenswert ist die Offensivleistung der Lions. Kein Zürcher erreichte die erste Base und somit pitchte Guarrera ein Perfect Game, welches nach sechs Innings frühzeitig mit 0:19 endete.

Gibt es nach diesem Auftritt in Basel noch Grund zur Hoffnung?

Zumindest kann man sagen, dass die Moral der Löwen stimmt:

So wurde beispielsweise berichtet, dass Michi nach dem Spiel verzweifelt herumgeirrt ist, um dem noch immer vor Wut schäumenden Guillermo ein ebensolches Bier zu organisieren.

Doch leider hatte der Therwiler Bierverkäufer sich bereits satt gesehen und die Kühlbox aufgeräumt. Somit musste die Wiedergutmachung vertagt werden, doch der Ärger war zum Glück schon vergessen.