Derby Day gegen die Challengers

Anstatt Mannschaftstraining stand am Donnerstag ein Night-Game gegen den Tabellenletzten, die Wil Pirates, auf dem Programm.
Leider konnten die Lions ihren 3:1-Vorsprung nicht verteidigen und kamen am Ende mit 5:11 unter die Räder. Eine optimale Vorbereitung für das so wichtige Derby gegen die Zürich Challengers sieht anders aus.

Hinzu kam, dass die Lions auf ihren Lead-Off James und ihren Coach Rafi verzichten mussten. Zumindest letzteres Problem konnte gelöst werden. Hanel nahm die Verantwortung gerne an.
Hanels Aufstellung überraschte. So setzte sich die Schlagmaschine und Outfield-Magnet selbst auf die Bank, wohl weil er die letzten drei Nächte anstatt zu schlafen an der Aufstellung getüftelt hat.
Doch die Aufstellung war gut. Probleme hatten einzig die Pitcher-Catcher-Zwillinge Nelson und Andy: Zwei Walks, zwei Hits und ebensoviele verpasste Fänge brachten die ersten zwei Punkte für den Stadtrivalen auf die Anzeigetafel. Das Beste an diesem verkorksten Start-Inning war der Spielstand.
Nun konnten die Lions gegen den superlangsamen Pitcher der Challengers ihr Potenzial zeigen. Doch im ersten Inning zeigten sie wenig. Erst der Bottom of the Line-Up konnte im zweiten Inning zwei Punkte holen und das Spiel ausgleichen.
Inzwischen war Pitcher Nelson auf Betriebstemperatur. Und auch die Offensive begann zu produzieren. Leider brachten sich die Lions durch stupides Base-Running um den verdienten Lohn. Erwähnt sei an dieser Stelle, dass Michi nach Julius’ Lupfer nicht rechtzeitig auf die zweite Base zurückkam, und dass Nils, der nicht mal stehlen wollte, völlig unerwartet von der ersten Base gepflückt wurde.
Am Ende ist es aber der offensiven Zahnlosigkeit der Lions zu verdanken, dass das erste Spiel mit 2:5 verloren ging. Zwei Hits in den letzten vier Innings gegen superlangsames Pitching – das ist nichts und das muss auch gesagt werden!

Gesagt wurde auch sonst jede Menge. Während des ganzen Spiels wurden – für die meisten Zuschauer unverständliche – spanische Nettigkeiten ausgetauscht, wobei die Challengers auch in diesem Duell das letzte Wort hatten.

Wer nun auf ein ruhiges besonnenes zweites Spiel der Lions gehofft hatte, der hatte Recht.

Die Lions starteten fast fehlerfrei mit Mario auf dem Mound und konnten 1:0 in Führung gehen. Doch Marios Vertrauen in seine Defensive erhielt einen Knacks im zweiten Inning: Zwei zügige Errors von Third-Baseman Carlos und ein weiterer von Shortstop Andy bedeuteten 2 Punkte und die Führung für den Stadtrivalen. Wieder war das Beste an diesem Inning der Spielstand. Die nächsten drei Innings chillte die Lions-Offensive in der Nachmittagssonne: Nur ein Hit und 0 Punkte. Dafür war auch die Defensive solid (vor allem Carlos plötzlich mirakulös) und hielt den Spielstand von 1:3 bis ins 5. Inning. Dort kam es dann dicke für die Lions. Bei zwei Out verliert Second-Baseman Nelson einen Pop-Up in der Sonne (unglaublich, wie man bei einem solchen Fehler keinen Error scoren kann). Die Lions laufen heiss, und dem Gegner gelingen 3 weitere Punkte. Doch nun erwacht die Lions-Offensive. Michi lupft einen 2-Strike-Curve-Ball ins Left-Field (unglaublich, wie man bei einem so schönen Hit einen Error scoren kann). Zwei Hits vom bärenstarken Markus und vom starken Nelson und schon sind zwei Punkte gemacht. Zwei Pick-Offs macht dann auch der Challengers-Pitcher auf die erste Base und nichts passiert. Doch mit dem dritten Pick-Off hat Hanel nicht gerechnet. Out, Inning over und gemeinsames Geweine.
Im 6. Inning wird Mario müde. Coach Hanel stellt sich selbst auf den Mound und wirft raketenschnelle Bälle, viele davon als tückischer Aufsetzer. Die Lions-Offensive zeigt was sie kann und produziert Hits durch Carlos und Ramon. Leider zuckt Ramon kurz nach links, als er auf der ersten Base ankommt. Die Defensive merkt’s und tagt Ramon. Out, rührselige “Apaya”-Rufe, kurz darauf Inning over; man kennt das. Im 7. Inning zeigt Hanel noch ein paar Raketen-Pitches und die Lions-Offensive ihre Zahnlosigkeit. Weg ist die Walk-Off-Magie vergangener Tage.

So gut die Lions in der Mitte der Saison geschlagen haben, so kraftlos traten sie in dieser Woche auf. Durch diese drei Niederlagen ist die herrliche Corona-Saison für die Lions vorbei. Am Sonntag geht es zum letzten Spiel nach Wil. Beim Tabellenletzten liegt hoffentlich ein Sieg drin.