Split in Therwil

Am Sonntag, dem 23. August war es endlich soweit.

Bei leichtem Nieselregen trafen die Lions in Therwil ein, um in diesem Double-Header, der nach drei Verschiebungen wegen Regens zum Saisonfinal avanciert ist, um die Playoff-Teilnahme zu kämpfen.

Das Aufwärmen bei inzwischen strömendem Regen wurde auf fünf Minuten zusammengekürzt. Schliesslich sind Löwen wasserscheu und schauen lieber dem Gegner bei Herumtollen im Regen zu.

Pünktlich zum Spielbeginn hörte es dann (fast) auf zu regnen und das Spiel der Spiele konnte beginnen. Furios hämmerte Lead-Off Gränz den Ball am First-Baseman der Basler vorbei. Anschliessend schaffte es Gränz trotz schläfrigen Baserunnings den ersten Punkt einzufahren. Im weiteren Verlauf der Partie kamen die Zürcher immer besser in Fahrt, wobei insbesondere Ugos Offensivleistung erwähnt werden muss: Obwohl unser Neuzugang aus Frankreich die zwei Nächte vorher nüchtern auf einem Open-Air verbracht hat und seine Hip-Hopper-Freunde anschliessend sicher nach Hause kutschiert hat, war er fähig mit seiner Sprung-Schlag-Technik Doubles zu schlagen und viele Punkte nach Hause zu klopfen. À la bonheur. Und während die Lions Punkt für Punkt erzielten, pitchte Raffi ein grossartiges Spiel. Einzig Nationalspieler Sven Leemann schlug den Ball bei jedem seiner At-Bats über den Kopf von Leftfielder und ebenfalls Open-Air-Gänger (kein Hip-Hop) Nelson. Würde es Nelson noch gelingen, eines dieser Geschosse zu entschärfen? Im 6. Inning machte Therwil dann so richtig Dampf und beinahe gelangen ihnen genug Punkte, um ein vorzeitiges Spielende zu verhindern. Aber eben, beinahe. Schlussstand: 14:3.

Wer rechnen konnte, wusste, dass mit diesem Sieg die Playoff-Qualifikation in Sack und Tüten war. Aus Motivationsgründen wurde jedoch der Mythos eines zweiten notwendigen Sieges aufrecht erhalten.

Spiel 2 entwickelte sich recht schnell zu einem Pitching-Duell. Auf Basler Seite war da ein fieser Linkshänder aus dem grossen Kanton, der die Bälle meist schnurgerade in den Fanghandschuh von Nationalcatcher Leemann warf. Und auf Lions-Seite feuerte Mario sein unerschöpfliches Wurf-Repertoire in Richtung Benji. Die Lions brachten zwar immer wieder Runner auf Base, doch ein Punkt wollte nicht heimkommen. Mario hingegen brachte ein Perfect Game ins dritte Inning, liess dann aber einen Walk zu. Der Knackpunkt des Spiels war dann nach drei Innings, als Mario anfing, laut über einen No-Hitter nachzudenken. Wer sich ein bisschen mit Baseball auskennt, weiss, dass dies meist der Beginn einer Niederlage ist. Und obwohl die Lions im 4. Inning zwei Punkte einfahren konnten, machte der Gegner derer drei. Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass damit auch der No-Hitter futsch war. Im fünften Inning passierte nichts, ausser dass Mario durch Andy ersetzt wurde und nun als Shortstop seinem No-Hitter hinterherweinen konnte. Zu Beginn des 6. Inning wechselte dann auch der Gegner den Pitcher, doch Ugo begann das Inning mit Stil und einem Double. Leider schlug Michi daraufhin zum Pitcher, der es schaffte, Ugo zwischen 2 und 3 auszumachen. Anschliessend folgten zwei Walks und während Michi zur dritten Base trabte, verliess der böse Nationalcatcher seinen Stammplatz, um seinem Pitcher Mut zu machen. Weil das Spiel nicht unterbrochen war, joggte Michi gemütlich um die 3. Base herum. Offenbar war die Unterhaltung der Battery recht fesselnd war, denn der Pitcher bemerkte das Ärgernis zu spät, um den zur Homeplate hechtenden Michi noch zu erwischen. Nach diesem spektakulärem Ausgleichspunkt, der wohl auch für den Scorer etwa zu schnell passierte, spielte bzw. buntete Mario dem Gegner in die Hände und nur eine Unaufmerksamkeit des First-Base-Mans verhinderte ein Double-Play. Von diesem Fehler profitierte Raffi, der den Ball so weit weg drosch, dass Markus von 2 und Nils(!) von 1 punkten konnten. Mit einer 5:3-Führung im Rücken fühlten sich die Lions natürlich unwohl, schliesslich ist man es gewohnt, einem Rückstand hinterher zu laufen. Und dieses Unbehagen zeigte sich dann auch im folgenden Halbinning. Durch einen Error, 4 Hits und unkontrolliertes Ballspiel liessen die Lions 5 Punkte zu. Im Schlussinning blieben die Lions die Antwort schuldig und so endete Spiel 2 mit 5:8.

Schluss, aus und vorbei?

Keineswegs, denn schon am Sonntag, dem 30. August steht das erste Playoff-Spiel an. Die Lions müssen nach einer durchwachsenen Saison im Playoff-Viertelfinale gegen die Sissach Frogs aus der Nati A antreten. Im Gegensatz zu den Lions, die in der Nati A hauptsächlich Kanterniederlagen erlitten haben, konnten die Frogs mithalten. Es steht den Zürchern also eine Herkules-Aufgabe bevor.

Weil es zum Trainieren zu spät ist, hilft nur der Appell an den Kopf:

Hopp Lions!

Bleibt gesund bis Sonntag und geht nicht zur Street-Parade.

Seid mental im Spiel! Konzentriert euch auf den Spielzug!

Und denkt bloss nicht ans Spielende, sonst wird es mit Sicherheit auch das Saisonende sein.