Lions werden wieder gesweept

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Bei herrlichstem Baseball-Wetter trafen die Zürich Lions am Sonntag, dem 20.Juli, auf den Lokalrivalen, die Challengers.

Obwohl die Lions die ersten 16 Saisonspiele verloren haben, machten sie sich auch vor diesem Spiel Hoffnungen auf den ersten Saisonsieg: Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass die Lions sensationell gegen die Challengers gewinnen konnten – das erste Mal seit 20 Jahren.

Nun galt es, diesen Triumph zu wiederholen.

Um die Sensation zu schaffen, griff Spielertrainer Markus Streicher tief in die Trickkiste:

Auf dem Mound begann Nati-B-Talent Jimmy, der sein Glück kaum fassen konnte. Auch Jimmys Infield wurde verjüngt, Altmeister Tim hingegen wurde zum Leftfielder. Das fand Tim nicht so toll, zumal im Leftfield ein Hundehaufen vor sich hin duftete.

Im ersten Inning hielt die Startaufstellung der Lions dem Druck der Challengers stand, doch im zweiten Inning profitierten die Challengers von zwei Infield-Errors und 6 Hits und zogen mit 6:1 davon. Damit war das Spiel praktisch gelaufen und der Erfolgsdruck war weg. Und wie so oft in derartigen Situationen begannen die Lions Baseball zu spielen. Vor allem Jimmy erwies sich als äusserst nervenstark. Obwohl der Coach bereits vor dem 5. Inning ankündigte, dass dies wohl Jimmys letztes Inning sein würde, bestieg Jimmy im 6. Inning den Mound und im 7. und im 8…. Auch die Offensive produzierte Stückwerk und so endete das Spiel für Lions-Verhältnisse knapp mit 5:8.

Verloren haben die Lions dieses Spiel in der Offensive – und damit sind nicht die wenigen Hits gemeint. Zwar hatten die Lions nur 6 Hits und die Challengers doppelt so viele, doch der Genickbruch (in Baseballsprache der „Momentum Breaker“) war diesmal stupides Baserunning, insbesondere unbedrängtes Vorrücken auf die nächste Base ohne jede Chance, diese je zu erreichen (und natürlich ohne Zeichen des Base-Coaches).

Die Pause zwischen den Spielen nutzte Coach Markus dann auch, um die Mannschaft zu motivieren, diese Fehler abzustellen. Man sollte an der guten Leistung zu Ende des ersten Spiels anknüpfen und dem Gegner keine Geschenke mehr machen.

 

Im zweiten Spiel begannen die Challengers mit Ryan Byrne auf dem Mound. Byrne, der bereits das erste Spiel als Closer nach Hause gepitcht hatte, zeigte keine Anzeichen von Müdigkeit. Die Lions-Offensive hingegen erschlaffte und keinem Löwen gelang ein Hit. Bravo Ryan!

Damit und mit der Erwähnung von Marios ordentlicher Pitching-Leistung könnte der Spielbericht auch schon zu Ende sein, wenn sich zu Beginn des 4. Innings nicht folgende Geschichte zugetragen hätte:

Beim Spielstand von 1:0 für die Challengers ist Lions-Shortstop Juan bei einem Out am Schlag. Der Plate-Umpire callt einen zu hohen dritten Strike und Juan ist Strike-Out. Dies versetzt einen Teil der Lions in Rage. Coach Markus redet mit dem Umpire – doch vergebens, der Call steht. (Wer hätte das gedacht?) Diese Ungerechtigkeit kann die wilde Löwenmeute nicht akzeptieren. Es ist nicht Lions-Style, die „Faust im Sack zu machen“  und weiterzuspielen. Sehr zum Ärger von Coach Markus ist der schlechte Call (ja, es geht noch immer um einen STRIKE) bis zum Spielende das vorherrschende Thema im Dug-Out. Und anstatt weiter konzentriert Baseball zu spielen wird geredet, gejammert, diskutiert und der Schiedsrichter verflucht. Die logische Konsequenz: Viele Punkte der Challengers und eine schallende 0:10-Ohrfeige.

Fazit:

Wenn man die im zweiten Spiel aufgebrachte Redeenergie bereits unter der Woche im Training gezeigt hätte, so hätte das Spiel einen anderen Ausgang nehmen können. So war es eine äusserst einseitige Angelegenheit, doch zum Glück war der Schuldige am Lions-Debakel schon gefunden: der Schiedsrichter.

Boxscore

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