Lions verlieren in Luzern

 

Am Tag des grandiosen Schweizer WM-Auftakts waren die Lions zu Gast bei den Luzern Eagles.

 

Natürlich konnte noch keiner ahnen, wie das Fussballspiel ausgehen würde, doch vermutlich hatten sich die Lions um Spielertrainer Markus Streicher ebenso viel vorgenommen wie Ottmars Mannen.

 

 

Und die Zeichen standen gut, denn der Gegner stufte die Lions so schwach ein, dass mal wieder ein Jungspund auf dem Mound stand, um das erste Mal in seinem Leben Nati-A-Luft zu schnuppern. Gastfreundlich wie die Zürcher sind, halfen sie dem Knilch gleich von Beginn weg. Lead-Off Michi versuchte nach einem Walk auf 1 im Zeitlupentempo die 2. Base zu stehlen, was freilich nicht gelang. Demoralisiert von diesem erbärmlichen Beginn blieben auch die nachfolgenden Schlagmänner blass und so konnte der Luzerner Nachwuchspitcher pausieren und die Lions konnten zeigen, was sie mit dem Handschuh draufhaben. Leider nicht viel: Es folgte ein Katastrophen-Inning mit 2 Hit-by-Pitches, 4 Hits, 2 Errors und 7 Punkten für den Gegner. An dieser Stelle wäre es schlau gewesen, das Spiel zu beenden.

Leider gibt es aber keine Regel im Baseball, die besagt, wann es schlau ist ein Spiel nach einem Inning zu beenden und so ging es weiter.

In der Folge agierten die Lions konzentrierter. Überraschenderweise kam die Offensive auch gegen den neuen Eagles-Pitcher Haltmeier zu Punkten, der ab dem 3. Inning auf dem Mound stand. Und so kämpften sich die Zürcher heran. Im 5. Inning machte die Lions-Offensive einen Trick, den es sich zu merken lohnt: 0 Aus, Läufer auf 1 und 2. Am Schlag Juan, der sich möglicherweise verzählt hat und nach 3 Balls zielstrebig in Richtung 1. Base läuft. Auch die anderen Läufer rücken vor. Die Eagles-Defensive erkennt die Situation zu spät und kann keinen der Läufer ausmachen – ein unauffälliger Double-Steal! Juan wird zurück zum Schlag beordert und schlägt den nächsten Pitch hart in Richtung 3. Was ein Triple-Play hätte werden können, wird ein missglückter Wurf auf 1 und zwei Punkte für die Lions. Nach ein paar weiteren offensiven Ausrufezeichen stand es zwischenzeitlich nur noch 6:9, später 9:12. Und als die ersten Lions anfingen, wieder an einen Sieg zu glauben, da wurde die Nervosität gross und der Verstand klein. Und so endete das Spiel mit 10:15.

 In Spiel 2 begannen auf beiden Seiten die Top-Pitcher. Dies war auf Luzerner Seite der Kanadier Andy Orfanakos und auf Zürcher Seite der Österreicher Markus Streicher. Was im Fussball nach einem Duell auf Augenhöhe klingt, war in diesem Fall eine relativ klare Sache. Allerdings muss man zu Markus‘ Verteidigung sagen, dass die Eagles wirklich gute Hitter in ihren Reihen haben und jene ihn nur mässig unterstützte, d.h. wieder einmal zu viele Fehler machte. Stolz können die Lions darauf sein, dass es in diesem Spiel kein Katastrophen-Inning gab. Und die Lions-Offensive produzierte zwar Hits, konnte jedoch kein Kapital daraus schlagen. So sammelte der Gegner Punkte wie das Eichhörnchen Bucheckern und führte nach 5 Innings schon mit 7:0. Im 6. Inning kamen die Lions zu ihrem ersten Punkt und im 7. Inning hämmerte der unwiderstehliche Angelo einen Ball über den Outfield-Zaun des wunderschönen Luzerner Baseball-Feldes. Mehr Punkte durften die Zürcher allerdings nicht machen, denn man wollte auf keinen Fall das Länderspiel gegen Ecuador verpassen und möglichst schnell mit 10 Punkten zurückliegen, damit das Baseball-Spiel frühzeitig (d.h. um 17.00 Uhr) endet. Der Plan ging auf und das Spiel endete 2:12.

 

Wie immer stellt sich an dieser Stelle die Frage:

Gibt es Hoffnung für die Lions?

Diese Frage bleibt diesmal bewusst unbeantwortet.